Sommer 2009. Ich bin oder war seit Jahren Kunde von 1&1. Früher waren meine Webseiten dort zu Hause, und auch einige meiner Kunden haben 1&1 als Provider. Seit ca. 2005 habe ich bei 1&1 den DSL-Anschluss. Es gab in der ganzen Zeit niemals technische Probleme oder Ausfälle, weshalb diese Firma für die Technik klar eine 1 mit Sternen bekommt.
Leider verhält es sich mit dem Service und dem Eingehen auf Kundenwünsche nicht so. Und die telefonischen Auskünfte, die man für teures Geld erhält (14 Ct./Min.), lassen zu wünschen übrig. Von Kulanz in Vertragsfragen kann zumindest in meinem Fall keine Rede sein. Ich möchte an dieser Stelle meinen Fall darstellen und den Verdruss, der mich nervt und viel Geld kostet.
Alles lief bestens, bis ich im März 2009 umziehen musste. Nicht etwa in eine andere Stadt, sondern im selben Doppelhaus eine Tür weiter. Ich meldete bei der Telekom meinen Anschluss für April um und rief 1&1 wegen des Umzugs an. Das Elend begann:
Abgesehen von der nervigen Bandmaschine, die meist sagt: "Entschuldigung, ich habe Sie nicht verstanden." und der ebenso nervigen wie teuren Warteschleife mit "schöner" Musik bekam ich eine Mitarbeiterin dran. Sie sagte mir, ich müsse einen Umzug beantragen. Wenn die Telekom den neuen Anschluss freigeschaltet habe, könne ich bereits nach ca. zwei Wochen(!) wieder online sein. Ich sagte, das sei unmöglich, da ich täglich für meine Kunden online arbeiten muss, doch das interessierte die Frau nicht. Sie wollte nur wissen, ob sie den Umzugsantrag nun aufnehmen soll. Ich sagte ja, ärgerte mich aber maßlos.
Später rief ich wieder an und wollte hören, dass das mit den zwei Wochen ein Missverständnis gewesen sei, doch Pech gehabt. Nun erfuhr ich auf der 1&1-Homepage, dass neben der Wartezeit auch EUR 49,- für den Umzug fällig würden, und zusätzlich würde der Zweijahresvertrag wieder von neuem beginnen!
Mein aktueller Vertrag mit 1&1 begann im April 2008 und hat eine Laufzeit von 2 Jahren. Man kann gar nicht anders als das akzeptieren, sonst gibt es eben gar kein 1&1-DSL. Allerdings bekommt man die technischen Geräte gratis dazu. Nun ärgerte ich mich so sehr, dass ich meinen Vertrag online kündigen wollte. Ich dachte, irgendwie würde ich mich schon mit 1&1 einigen können. Ist der Gedanke an eine individuelle Einigung naiv?
Um die Online-Kündigung abzuschließen, muss man eine weitere Telefonnummer anrufen und dort einen Code durchgeben. Statt die Kündigung abzuschließen, fragte mich der Mann von 1&1 nun nach meinen Gründen aus. Ich erklärte ihn wieder alles, und er sagte, wenn ich nur im gleichen Haus umziehe, sei das gar kein Umzug. Ich müsste nur alles stornieren und in der neuen Wohnung den PC einstecken. Also ließ ich mich darauf ein und stornierte Umzug und Kündigung.
Doch später wurde ich misstrauisch und rief erneut bei meiner "Lieblingsnummer" an. Nun sagte mir - natürlich wie jedes Mal - eine andere Person, dass der Mann völlig Unrecht habe und die erste Auskunft richtig sei. Ich sagte, jetzt reicht es mir, ich gehe zu Kabel-BW und kündige alles bei 1&1 und Telekom. Sie sagte mir auch, dass der Anschluss in der alten Wohnung, auch wenn ich kündige, bis zum Ende der Vertragslaufzeit im April 2010 durch 1&1 blockiert sei. Ein neuer Bewohner könne also nur meinen alten Vertrag übernehmen oder bis dahin gar nicht ins Internet!
Inzwischen hatte ich mit 1&1 auch mehrere E-Mails getauscht, wobei auffiel, dass ich niemals konkrete Antworten auf meine Fragen erhielt, sondern immer neue, seltsame Einwände und Ideen vorgebracht wurden. Man antwortet nicht auf Fragen, sondern stellt lieber neue. Egal, ob sie weiterhelfen oder nicht.
Nun war ich also mit 1&1 bedient. Ich teilte ihnen mit, dass ich den Vertrag kündige und fragte, ob es in meinem Fall, den ich natürlich erneut schilderte, die Möglichkeit einer Kulanzlösung gäbe. Ich fragte sogar ganz konkret, wie viel ich bezahlen müsste, damit der Vertrag umgehend aufgelöst würde. Ich erhielt wochenlang keine Antwort.
Nun kündigte ich auch gleich noch meinen Telekom-Anschluss, was ohne jedes Problem ging, und meldete mich bei Kabel-BW an. Seit April funktioniert nun mein Telefon und Internet über Kabel-BW, also über das TV-Kabel. Kabel-BW ist ausgesprochen freundlich und hilfsbereit, doch ich kann nichts darüber sagen, was passieren würde, wenn ich dort eines Tages auch aus dem Vertrag kommen wollte.
Wenn ich nun jemals im Leben eine Empfehlung für einen Internet-Provider abgeben sollte, würde ich nur die Telekom oder Kabel-BW nennen. Bei der Telekom kostet alles etwas mehr und dauert wohl eine Weile, aber dann hat man keinen mehrjährigen Vertrag am Hals und keine Firma, die sich einen Dreck um die Situation ihrer Kunden schert.
Der momentane Stand meiner Vertragsgeschichte ist so: Ich zahle nichts mehr an die Telekom, was mir eigentlich leid tut, denn die können gar nichts für das ganze Durcheinander. Ich zahle nach der dreimonatigen kostenlosen Einführungsphase EUR 29,95 im Monat an Kabel-BW für Internet- und Telefon-Flatrate. Und ich zahle weiterhin, bis April 2010, ca. EUR 30 an 1&1. 1&1 beharrt darauf, dass der Umzug kein Kündigungsgrund sei und dass ich den Zweijahresvertrag unterschrieben habe. Dabei hätten sie mir sogar sagen können, ich müsse die ganze Summe sofort zahlen, um aus dem Vertrag rauszukommen. Aber nicht einmal das!
Nun schreiben wir uns Briefe. Kürzlich stellte ich fest, dass 1&1 mir nun, da ich keinerlei Leistung mehr von ihnen erhalte, auch ihren "Bandbreitenrabatt" im Höhe von 5 Euro gestrichen hat. Bisher zahlte ich ca. EUR 25 im Monat. In einem neuen Brief fragte ich nach dem Grund dafür und wollte weiterhin wissen, ob dem Ende des Vertrages 2010 nun noch irgendetwas im Wege stehen könnte. Außerdem wollte ich wissen, ob man die zur Verfügung gestellten Modems zurückbekommen will. Als Antwort erhielt ich am 04.06.09 einen Brief, der keinerlei Antworten auf meine Fragen enthielt, dafür aber die Aufforderung, eine Ummeldebestätigung einzuschicken und dazu einen Nachweis, dass an meinem neuen Wohnort bereits ein DSL-Anschluss geschaltet ist.
Ich werde darauf nun nicht mehr antworten, weil man mit dieser Firma offenbar nicht normal kommunizieren kann. Ich werde also weiter zahlen. Und weil ich der Ansicht bin, dass man so nicht mit seinen Kunden umgehen sollte, auch wenn sie formal in einer ausgelieferten Position sind, berichte ich an dieser Stelle von dieser unsäglichen Geschichte und hoffe, dass sie "von der ganzen Welt" wahrgenommen wird.
Ich weiß, dass 1&1 bei weitem nicht die einzige Firma ist, die so mit Kunden verfährt, aber ich halte das für falsch.
Sicher, man könnte sagen, warum hast du nicht für zwei Wochen dein altes 56k-Modem verwendet und danach mit 1&1 weitergemacht? Weil ich es nicht wollte. Das kann doch nicht der Service sein, der möglich ist! Eine seriöse Firma, die zu ihren Produkten und Angeboten steht, sollte doch in der Lage und willens sein, mit ihren Kunden individuelle Lösungen zu finden.
31.12.2009. Noch muss ich vier Mal an 1 & 1 zahlen. Der Vertrag ist gekündigt. Um sicher zu gehen, schrieb ich kürzlich einen weiteren Brief an meinen Lieblingsprovider. Ich fragte nach, ob noch irgendetwas dem Ende des Vertrages im Wege steht, ob die Kündigung wirksam ist, ob man die alten Modems zurückbekommen will. Wie immer - als Antwort kam ein vorgedruckter Brief, in dem man mir, natürlich wieder ohne jede konkrete Antwort auf meine Fragen, einen neuen, "supergünstigen" Tarif anbot. Nein danke, liebe Leute. Nicht, so lange dieser Kosmos existiert!
April 2010. Der Vertrag mit 1 & 1 ist beendet. Ohne jede weitere Info wurden die Abbuchungen eingestellt,
die alten Modems liegen im Keller. Im Fernsehen macht mein Lieblingsprovider nun Werbung mit Tarifen ohne Mindestlaufzeit! Aha, nicht
schlecht. Ein Mann tritt auf und sagt, man habe großes Interesse daran, dass die Kunden zufrieden seien.
Unterdessen versuchte ich,
meine letzte Domain bei 1 & 1 auf einen Kunden zu übertragen. Eigentlich eine einfache Sache, KK-Antrag, kündigen, Anmeldung des
neuen Besitzers. Denkste!
1 & 1 hat es mit seinem Online-System geschafft, auch diesen Vorgang scheitern zu lassen. Nach etlichem
Einloggen, vielen Telefonaten und Mails und nach langem Warten kam der Vorgang zum Stillstand und wurde dann - nicht ausgeführt.
Nun ist dieses letzte Paket auch gekündigt, was man bei 1 & 1 "bedauerte", und das war's für immer.