Nissan Primera 1.8 Comfort

Nissan Primera 1.8 Comfort

Eigentlich mag ich das moderne Zeug nicht. Hätte mir am liebsten einen VW Käfer gekauft, aber das kann kein Mensch bezahlen. Mein neuer Primera ist Baujahr 1999, Erstzulassung 2000, also schon alt, für mich aber in diesem neuen, runden Design. Davon abgesehen finde ich ihn richtig schick. Technisch japanisch perfekt, absolut gepflegt, ständig gewartet. Er hat 114 PS, 1800 cm³ und "erst" 137.000 km drauf.

Nissan Primera 1.8

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Auto 16 Jahre, aber Kennzeichen ganz neu!

Ein wunderschönes metallic Dunkelgrün, also weder nuttig rot noch dieses unsägliche Silber, das jahrelang jeder haben wollte. Schwarz wäre auch gegangen.

Eines Tages werde ich sicher auch begreifen, wie man das ganze elektrische Zeug einstellt. Immerhin kapiere ich das Licht, die Scheibenwischer und fast schon die Lüftung.

Nissan Primera 1.8
Ich finde, er hat einen sehr schönen Hintern. Wenn auch kein "Japan-Barock"

Keine günstigen Autos mehr!

Ich frage mich, wie Leute mit wenig Geld noch zu einem günstigen Auto kommen können. Man stellt zwar fest, dass alte Autos heute viel länger halten als von 20 Jahren. Damals war ein Auto mit acht bis zwölf Jahren verrostet und Schrott. Aber was nützt es, wenn man kaum noch eins findet. Auf dem Markt gibt es viel Schrott, aber den hat man ja selbst, wenn man am Suchen ist. Abgenudelt, mit über 200.000 km. Oder aber nur teure Autos. Im letzten Jahrhundert kaufte ich alle meine Autos im Alter von acht bis zehn Jahren für 500 bis 2000 Mark.

Im Internet findet man alles, nur leider meist ganz woanders. Wer fährt schon 500 km für ein altes Auto, das man vorher nicht anschauen kann? Bleibt die regionale Suche bei Ebay und mobile.de. Dort aber geht es nach dem Schrott sehr schnell über 2.000 Euro, bald über 3.000. Liegt es an dieser abgelegenen, trotzdem überlaufenen Gegend?

Vor Ort gibt es Angebote von privat, von regulären Händlern und von ausländischen Aufkäufern. Privat ist günstiger, aber riskant, weil man die Mängel nicht sieht, wenn man kein Profi ist. Reguläre Händler haben kaum günstige Autos, weil sie gesetzlich Garantie geben müssen. Das lohnt sich nicht, also verkaufen sie ihre alten Gebrauchten an die Aufkäufer.

Meine Erfahrung mit den Ausländern ist schlecht. Beim ersten hörte ich von einem jungen Mann nach wenigen Fragen: "Wollen Sie kaufen oder reden? Ich habe keine Zeit zum Reden!" Beim zweiten kaufte ich dann den Nissan. Ich bin nicht sicher, gehe aber von einem Trick aus: Ständig hört man: "Der Chef ist nicht da!" Hier wurde mir versichert, mein altes Auto in Zahlung zu nehmen, doch nach der Bezahlung und Anmeldung, als ich den neuen abholte, war der Chef wieder nicht da. Telefonisch sagte er, er kaufe das alte Auto nicht. Zu alt. Da besaß ich also dann zwei Autos und hatte Glück, dass es mir jemand umsonst abmeldete und verschrottete.

ich weiss nicht, woran es liegt. Die Umgangsformen werden immer schlimmer. Sollte man jemals als Kunde König gewesen sein, heute ist man nur lästiger Zeitverlust. Frechheiten, keine Zeit, nein, kein Auto da, viele Tage bis zu einem Reparaturtermin und Freude, falls man ihn absagen muss. Wie vieles verstehe ich das längst nicht mehr.

Trotzdem denke ich, einen guten Kauf gemacht zu haben – im Rahmen des Möglichen.