Marco Schwarz online

Neusprech – Machtkampf durch Wortumdeutung

Samstag, 24. Juni 2017

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass viele Wörter nicht mehr bedeuten, was sie für lange Zeit bedeutet haben? Schon in der Schöpfungsgeschichte der Bibel heisst es: „Am Anfang war das Wort.“ Denkt man an das alltägliche dumme Gelaber, bedeutet das nichts. Doch das Wort, die Benennung bedeutet Macht. Man übt Macht aus, indem man nicht einfach lügt, sondern indem man den bekannten Wörtern neue Bedeutungen gibt und ihnen Werte und Wertungen unterlegt. Für bekanntes Verhalten erfindet man neue wertende Begriffe und verwendet sie massenhaft, da man das als Führungs“elite“ in Politik und Medien kann, bis das Volk alles durch ständige Wiederholung aufgesogen und geglaubt hat.

Diese Art der „Kommunikation“ ist Neusprech, bekannt aus George Orwells beklemmendem Roman „1984“, und die Anwender von Neusprech sind entweder dumme Nachplapperer – oder sehr nahe beim Faschismus.

Demokratie bedeutet: Ich habe meine Idee, der andere hat seine. Ich finde meine besser und versuche, für sie eine Mehrheit zu erlangen, damit ich sie verwirklichen kann.

Faschismus bedeutet: Meine Idee ist gut, die des anderen ist schlecht und böse. Damit meine Idee verwirklicht wird, muss ich den anderen unterdrücken. Wie fange ich das an? Indem ich das Volk von der Schlechtigkeit des andere „überzeuge“. Indem ich seinen Ideen neue, negativ unterlegte Begriffe zuordne.

So einfach ist das. Das Werkzeug dafür ist „Neusprech“. Wikipedia: „Neusprech wird im übertragenen Sinne als Bezeichnung für Sprachformen oder sprachliche Mittel gebraucht, die durch Sprachmanipulation bewusst verändert werden, um Tatsachen zu verbergen und die Ziele oder Ideologien der Anwender zu verschleiern“.

Beispiele:

„Homophobie“:

Früher war es so geregelt, dass die Mehrheit das Tun von „Homos“, „Schwulen“ oder „175ern“ ablehnte. In extremen, abzulehnenden Fällen war das vielleicht „Schwulenhass“, sonst gab es kein Wort dafür, da diese Ablehnung einfach ganz normal war. Schwule galten als krank. Nach Jahren der schwulen Gesellschaftsveränderung soll es nun ganz normal sein, das Tun von Schwulen dem der „Heteros“ gleichzusetzen. Das war aber kein Vorschlag. Das war ein Befehl! Im Deutschland der 2010er Jahre hat man einfach die Macht dazu. Die Durchsetzung des Befehls erfolgt über die Wortschöpfung „Homophobie“. Phobie bedeutet Angst, so wie Angst vor Spinnen etc., und Leute, die an einer Phobie leiden, leiden somit an einer Neurose, sind also im weitesten Sinne krank.

Verstehen Sie? Früher galt der Schwule als krank, jetzt der, der Schwulsein ablehnt. Dem Demokraten hätte es gereicht zu verkünden, dass in Deutschland Schwule gesetzlich gleichgestellt werden. Jegliche Straftaten werden sowieso von der Justiz verfolgt. Dem in Herzen faschistischen Gesellschaftveränderer reichte das aber nicht. Er will seine Idee erzwingen, da seine Gegner und ihre Ideen ja böse sind. Nach 10.000 Wiederholungen des neuen Begriffs durch jeden Gutmenschen nimmt das Volk ihn aus den Medien auf, verwendet ihn nie, merkt sich aber: „Wer Schwulsein ablehnt, ist krank. Da ich als gesund gelten will, darf ich Schwulsein nicht ablehnen.“

Verstehen Sie jetzt, wie Neusprech arbeitet?

„Kampf gegen Rechts“

Wussten Sie, dass für den Kampf gegen Rechts von der Bundesregierung 2017 von unserem Steuergeld etwa 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden? (Zeit online: Regierung verdoppelt Ausgaben gegen rechts). Wer hat das bestellt? Ich kenne keinen. Was wird damit finanziert? Die linken Chaotenhorden der „Antifa“? Oder Aufklärungsblättlein für mitteldeutschen Buben? Oder etwa die Zensur unliebsamer Äußerungen? Wir wissen es nicht.

Früher war es so geregelt, dass es eher rechte und eher linke Parteien mit den entsprechenden Anhängern gab. CDU und CSU waren eher rechts, SPD und Grüne eher links, FDP dazwischen. Keiner traute den Zielen des anderen so recht, aber er wäre nicht auf die Idee gekommen, ihn zu diffamieren. Verpönt waren „Rechtsextreme“. Sie sollten keine Straftaten begehen, das „Ansehen Deutschlands“ nicht beschmutzen und keine politische Macht erlangen. Darin war man sich einig.

Später geschahen unschöne und auch strafbare Dinge, und etliche junge Leute schlossen sich rechten Gruppen und Parteien an. Die NPD konnte man nicht loswerden, aber alles extremere wurde umgehend verboten (FAP, Wehrsportgruppen, Heimatschutz usw.). Wunderte man sich über den Zulauf rechter Gruppen, stellte man – nicht als politisch Handelnder, sondern als Beobachter – fest, dass sich immer mehr Fremde im Land niederließen, manche über den Weg der Arbeit, viele andere aber gleich über die Sozialkassen, als „Asylanten“ oder östliche EU-Bürger. Damit war nur ein Teil der Deutschen einverstanden. Dann kam 2015 mit der Million syrischer Flüchtlinge und zahllosen Fremden aus Afrika, die sich an den Zug anhängten. Es kam Pegida, der Aufstieg der AFD, die „Lügenpresse“ und das „Refugees welcome“. Es wurde Zeit für eine neue Runde Neusprech.

Endlich neue Bedeutungen

Asylanten“ und „Flüchtlinge“ sind gut. Sowohl politische Verfolgte, die das Grundgesetz schützt, als auch jeder, wirklich jeder, der es irgendwie an die deutsche Grenze schafft und „Asyl“ ruft. Jeder bekommt seine Prüfung, seine Verköstigung, hat Klagerecht, und wenn er abgewiesen wird, bleibt er trotzdem. Er soll eine „Bereicherung“ darstellen.

Antifa“ ist gut. Sie bricht zwar den Landfrieden, greift Polizei und „Rechte“ an, verübt Sachschäden und bedroht jeden, den sie für Rechts hält, aber sie ist gut, weil sie gegen Rechts ist.

Rechts“ ist ganz böse. Rechts ist jeder, der sich gegen die Ziele der im Bundestag vertretenen Parteien stellt. Jeder, der sich offen gegen die Aufnahme von „Flüchtlingen“ ausspricht. Wer sich zur AFD bekennt, kann seine Arbeit und seine Kunden verlieren, kann sein Haus beschmiert und sein Auto brennen sehen. Seine Kinder können in der Schule gemobbt werden. Aber das macht nichts, denn er ist böse und kein „Demokrat“.

Demokrat“ ist gut, denn er passt sich an, vertritt die offizielle Meinung und ist gegen Rechts.

Flüchtlingshelfer“ sind sehr gut, denn sie glauben den ganzen Mist, der ihnen vorgeheuchelt wird und engagieren sich in „christlicher Nächstenliebe“ für die „armen Flüchtlinge“. Ihre Nächstenliebe erstreckt sich nicht über jene, die ihr Tun ablehnen, denn sie sind böse. Man liebt nur, wen man für gut erklärt hat.

NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen)“ sind ganz besonders gut, denn sie organisieren die Güte in Propagandafeldzügen: „Die armen Palestinenser“, „Das böse Israel“, „Der böse Russe“, „Die guten Moslems“. Ihre größe Güte zeigen sie, indem sie schiffeweise afrikanische „Flüchtlinge“ von Schlepperbanden an der libyschen Küste übernehmen und nach Italien bringen. Dort freut man sich.
Die „NGOs als Menschenschleuser. Sie fluten Europa“ werden in einem Artikel der Jungen Freiheit vorgestellt.

Solidarität“ und „Zivilgesellschaft“ sind sehr gut. Es waren zwar einst linke Kampfbegriffe, aber das macht nichts. Wir sind ja alle gut, also links. Solidarität bedeutet, dass jeder Deutsche bereitwillig alles zu teilen und danach das Maul zu halten hat. Denn „Deutsche“ sind eigentlich eher schlecht, weil sie tapfer und fleißig waren und es sich „auf Kosten der Entwicklungsländer“ gut gehen lassen. Die Zivilgesellschaft ersetzt das „Volk“, denn sie umfasst neben denen, „die schon lange hier sind“, also den Deutschen, auch alle anderen, die jetzt hier leben. Ob die Neuen sich einpassen und Frieden mit den Deutschen halten, ist unwichtig.

Volk“ ist übel, ganz schlecht, denn es ist in unserem Fall das „Tätervolk“ das Volk der „Nazis“, das sich immer noch in Teilen wiedersetzt, wenn man ihm im Namen der „internationalen Solidarität“ das Fell über die Ohren ziehen will.

Rasse“ – oh, das ist ganz übel, das schlimmste. Denn erstens gibt es gar keine Rassen, und die Tatsache, dass einer NegerAfrikaner, Araber oder ZigeunerSinti-und-Roma geworden ist, kann nur an seiner Erziehung liegen, und zweitens ist ganz besonders die weisse Rasse böse, denn sie hat es sich unter Vorspiegelung von Fleiß und Intelligenz erlaubt, die anderen Völker auszubeuten.

Und wer ist schuld?

Alle, die sich daran beteiligen. Die Entwicklungslinie des deutschen Neusprech geht lächerlicherweise gerade von denen aus, die ab 1968 antraten, um Deutschland zu erneuern und zu reformieren. Auf ihrem „Marsch durch die Institutionen“ vergaßen sie demokratische Grundregeln bzw. legten sich als geübte Altlinke diese Maske gar nicht an. Solche Menschen hätten niemals zur Macht gelangen dürfen, denn sie gehaben sich so totalitär gegen Andersdenkende, dass eigentlich sie als die wahren Erben des Faschismus gelten müssen. Doch leider waren sie stark und ihre konservativen Gegner schwach.

Nun haben sie die Deutungshoheit über unsere Gesellschaft übernommen, und jeder passt sich aus Angst an. Oder er gehört ab sofort zu „Dunkeldeutschland“, wie – glaube ich – unser pastoraler Altbundespräsident sich so treffend gemein zu machen wusste.

Es ist auch meine Schuld, denn auch ich war früher im Herzen „links“, und wir alle mit unserer naiven Pop-Kultur beteiligten uns bereitwillig an der Auflösung des Alten, ohne etwas funktionierendes Neues außer Kritiksucht und Zersetzung dagegen setzen zu können! Doch ich immerhin bemerkte die Lügen und den Niedergang bereits um 1990. Wann werden Sie sie bemerken und handeln?

Zurück