Marco Schwarz online

Wie äußert sich der Niedergang?

Dienstag, 27. Juni 2017

Alles deutet darauf hin, dass Völker und Staaten ebenso wie einzelne Lebewesen einem Zyklus von Wachsen, Blühen und Vergehen unterworfen sind. Die mächtigsten Reiche der Vergangenheit sind ausgelöscht oder in Teilgebiete zerfallen, auf materiellen und kulturellen Reichtum folgt der Niedergang. Die Geschichte wirkt weiter, auch wenn Zivilisationen immer wieder annahmen, sie bestünden für immer weiter und seien an einem Ende der Geschichte angekommen. Das ist ein Irrtum, den auch die Römer bitter erkennen mussten. Werden unsere Nachfahren – oder wir selbst noch – in einer Welt von „Mad Max“ vegetieren müssen? Oder als Knechte eines islamischen Staates, dessen Vertreter nichts können als den Koran auswendig und töten?

Alles, was aus der Natur entstand, unterliegt den Gesetzen der Natur. Man kann zetern und weinen, kommt aber nicht dagegen an. In der Natur setzt sich durch, was stark und anpassungsfähig ist; das Schwache und Starre vergeht. Jeder erkennt das im Tier- und Pflanzenreich, aber es gilt ebenso für Menschen und Gesellschaften. Wer das sagt? Ich sage das, und vor mir viel Gescheitere als ich.

Heute wird viel gejammert, dass der weiße Mann so böse war und die „dritte Welt“ erobert, unterjocht und ausgebeutet habe. Schreckliche Grausamkeiten geschahen dabei und grenzenloses Unrecht, das ist wahr. Und warum tat man das? Weil man es konnte und sich Vorteile davon erhoffte. Man kann das ganz kalt und herzlos betrachten oder ummäntelt von religiösen Geboten, die man natürlich so lange beliebig anpasste, wie man im Wachsen und Gedeihen war.

Am Ende des Wachstums steht der Versuch, den Bestand zu wahren. Das kann lange Zeit ziemlich gut gehen. Die Expansion des Römischen Imperiums endete kurz nach 100. Es folgten in Gallien und Germanien über 300 Jahre Grenzsicherung, Rückschläge, Wiedereroberungen, aber Mitte des 3. Jahrhunderts war der Niedergang unverkennbar, und nach 460 war Schluss mit dem weströmischen Reich. Das neue fränkische Reich bildete sich auf der zerfallenden Infrastruktur der Römer, aber es gab schon keine Mittel und kein Können mehr, Straßen und Gebäude instand zu halten. Allein Kirchen wurden noch gebaut, meist in vereinnahmten Vorgängerbauten.

Unser Niedergang

Wir werden keine 300 Jahre Zeit haben. Verglichen mit allen Epochen zuvor wurde das Geschehen extrem beschleunigt, das Arbeiten, das Reisen, das Verbreiten von Ideen und auch das Zugrundegehen. Es gibt auch keinen freien Platz mehr außer Wüsten, die keiner haben will. In ganz Germanien lebten ein paar Millionen Menschen, vermutlich in Afrika südlich von Ägypten nicht sehr viel mehr. Jetzt ist alles voll mit Menschen, und diese Menschen haben Blut geleckt, denn sie sahen, wie wunderschön komfortabel man in den Ländern des weißen Mannes leben kann. Das möchten sie auch haben. Vor allem, da sich ihre Lebensumstände durch zügellose Vermehrung, Kriege und wirtschaftliche Unfähigkeit verschlechtern. So kann man jeden verstehen, der sich auf macht nach Europa – und trotzdem will man ihn nicht haben! Wenn Sie die Wahl hätten, ob wir unseren Wohlstand behalten oder ob er zerbröselt über alle verteilt wird, die danach verlangen – wie würden Sie entscheiden?

Auch das Christentum, von dem seine heutigen Vertreter scheinbar nicht mehr viel wissen, verlangt nur, dass man seinen Nächsten lieben und Fremde gut behandeln soll, aber nicht, dass man ganze Völker verköstigen muss.

Unser Niedergang speist sich nicht allein durch den Zustrom Fremder. Dem könnte ein gesundes, junges Land leicht widerstehen. Im Gegensatz zu früheren Gesellschaften ist Deutschland und Europa umfangen vom Kapitalismus, der unausgesprochen ein echtes Weltreich darstellt. Dummerweise besitzt der Weltkapitalismus keinen König oder Präsidenten mehr, den man fragen könnte, sondern stellt ein anonymes, sich selbst abspielendes und vervielfältigendes System dar, in dem nur höhere und niedere Dienstboten ohne wirklichen Einfluss erkennbar sind. Man kann dem Kapitalismus also nicht sagen, er möge aufhören. Er ist eine Bestie, ein Monstrum. Scheinbar intelligente Leute wie Dieter Nuhr belächeln die Kritiker und loben die Bestie dafür, dass es „uns noch nie so gut gegangen ist“. Wir sind aber noch nicht an einem Punkt, von dem man das Geschehen wirklich überblicken könnte. Wir sind mitten drin und dabei.

Langer Rede kurzer Sinn: Früher hätte man sich zusammengerissen und sein Land verteidigt, auf dass der Niedergang durch Fremde zumindest aufgeschoben oder abgemildert würde. Heute kann man sich den „globalen Zusammenhängen“ scheinbar nicht entziehen. Und doch sollte man es versuchen, denn die Zukunft könnte übel ausgehen.

Wie äußerst sich der Niedergang?

  • Wirtschaftlich: Die Waren werden billiger, häufig auch wertloser. Die Bestie verlangt weltweite Produktion und Konsum auf Teufel komm raus. Alles andere ist Augenwischerei. Durch Sozialabbau und den ständigen Konsumterror fühlen sich die Menschen ärmer und unzufriedener. Die Bestie will soziale Strukturen in Gesellschaften zerstören, um noch leichter herrschen zu können. Das allein ist der Grund für die „Massenmigration“. Moral und Religion sind nur Kosmetik. „Gutmenschen“ sind die Fünfte Kolonne der „Neuen Weltordnung“.
  • Kulturell: Während Rom jenseits von Gladiatorenkämpfen Kultur verbreitete, sind die Früchte des „kapitalistischen Weltreiches amerikanischer Nation“ Afterkultur. Das Volk wird von früh bis spät mit Affenmusik und Idiotenshows berieselt, auf Bühnen beschmiert man sich mit Blut und Scheisse, in Filmen werden Maschinenmenschen verherrlicht, die öffentliche Kultur der „normalen Menschen“ besteht aus „Let’s Dance“ und Fussball.
  • Geistig-moralisch: Kulturen im Niedergang geht der gesunde Geist verloren. In der Spätzeit Roms wurden die jungen Männer nicht mehr Legionäre, sondern Mönche und Priester. Das Christentum ist nicht an sich eine Untergangsreligion, und letztlich haben seine Vertreter jeden Schindluder mitgemacht, aber Rom brach es das Genick. Heute ist weniger die Religion das Problem als ihre Verunstaltung. Nach der Aufklärung wurde Gott in eine dunkle Ecke gestellt und nur ab und zu noch gegrüßt, die Anbetung galt von nun an dem wunderbaren Menschen selbst. Natürlich nicht dem deutschen oder französischen Menschen, sondern dem „Weltbürger“. Wo weder Gott noch Geist mehr herrschen, bleibt zur Entzückung nur noch das Fressen und Saufen bis zum Kotzen, das Konsumieren als letztes Gefecht.

Die Sache mit dem Weltbürger wäre völlig in Ordnung, wenn alle Menschen sich dieser Sichtweise anschlössen, doch die jungen, hungrigen, geilen, unternehmungslustigen Völker in anderen Kontinenten, die ihren Aufschwung noch vor sich ahnen, denken nicht daran. Ihr Geist sagt ihnen, sich zu nehmen, was sie können, und das Schwache, Alte, Kümmerliche, „Mitfühlende“ beiseite zu treten. Nein, das geht nicht zusammen. Nun könnte man versuchen, sich gegen die „feindliche Übernahme“ der Welt des weissen Mannes zu wehren. Europa sollte sich entschließen, nein zu sagen gegen den fremden Zustrom. Wer könnte es uns verwehren? Die UNO etwa? Keiner! Und doch geht das nicht.

Im Geiste des Niedergangs

Natürlich geht das nicht. Die Wortführer in Staat und Medien erklären uns für verpflichtet, allen Menschen zu helfen, und das dumme Volk von gutmütigen Schafen scheint jeden Überlebenswillen verloren zu haben. Mama Merkel bläst zum Untergang und nennt ihn Fortschritt und Wertegemeinschaft. Das umerzogene Volk reibt sich kurz die Augen, denkt, es muss schon richtig sein, wenn die linke Herrin es verkündet, und macht bereitwillig sein Kreuz an der richtigen Stelle.
Zum Jagen ist noch genug Energie vorhanden, gejagt werden aber die Bösen, die Rechten, die Nazis. Und man jagt nicht, man lässt jagen. Und schüttelt dann weise und überlegen den Kopf, wenn wieder einer ertappt wurde, wie er gegen den Strom schwimmen wollte.

Es gehört zu einem anderen Thema, doch die Demokratie scheint in ihrer gegenwärtigen Form die perfekte Staatsform des Zusammenbruchs zu sein. Die großen Parteien haben den Staat vereinnahmt, der Bundestag hat sich aufgegeben und kontrolliert nicht mehr die Regierung, sondern winkt deren Befehle durch. Weite Teile der Bevölkerung, die doch die Politik bestimmen sollten, sind gar nicht in der Lage, eigene Entscheidungen zu treffen. Dafür sorgt schon die Propaganda der Medien. Die einen plappern nach, was bei Facebook und Twitter steht, den anderen ist es scheißegal. Sie wollen nur selbst noch durchhalten, „und was geht mich die Zukunft an?!“

Warum sollte es nicht ausreichen, als Staat für sich zu bleiben, mit den Nachbarn Frieden zu halten, mit der Welt Handel zu treiben und Fremde nur als Touristen, Studenten und erwünschte Mitarbeiter aufzunehmen? Doch für Entscheidungen dieser Konsequenz scheint der Geist des Westens schon zu tief im Moder versunken am Ersticken.

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