Marco Schwarz online

Wie könnte aus Europa doch noch was werden?

Freitag, 30. Juni 2017

Es gibt wenig Hoffnung. Dabei bräuchte es zur Rettung und zu einer neuen Sinngebung Europas „nur“ zwei Werke, Werke reiner Titanenarbeit allerdings, deren Verwirklichung unwahrscheinlich scheint, denn es ist niemand in Sicht, der sie leisten könnte und den man lassen würde. Europa müsste seine Integrität nach außen wahren und im Inneren einen neuen Geist gegen den herrschenden Ungeist setzen.

Der Zustand

Die Europäische Union hat ihren Ursprung in einem Friedensprojekt, damit die Völker Europas nicht mehr übereinander herfallen, sondern in einer Art brüderlicher Freundschaft miteinander auskommen. Angesichts der Globalisierung soll die EU weiterhin einen starken wirtschaftlichen und politischen Verbund bilden, um gegen die weltweite Konkurrenz zu bestehen. Daran ist nichts Schlechtes. Das Friedensprojekt auf unserem Kontinent hat seit 72 Jahren fast funktioniert, abgesehen von den Jugoslawienkriegen, doch die fanden außerhalb der EU statt. Die inneren Grenzen wurden für Waren und Menschen geöffnet; äußere Grenzen erträumt man sich mutlos.

Auch das Wirtschaftsprojekt hat bisher funktioniert. Zumindest geht es wenigen Regionen der Welt besser als Europa. Die starken Länder tragen die schwachen teilweise mit; die Deutschen verzichten erzwungenermaßen auf viele Milliarden Zinsgewinne und bürgen für noch mehr Milliarden „Gemeinschaftsschulden“ durch die Eurokrise und den auf Schulden gebauten Konsum der Südländer. Viele finden das entsetzlich ungerecht, aber andererseits heißt es, dass niemand so sehr wie Deutschland wirtschaftlich von der EU profitiert.

Fernziel ist ein europäischer Bundesstaat mit einheitlichen Lebensbedingungen. Erträumt wird nicht eine Umverteilung, bis alle Europäer gleich arm oder reich sind, sondern eine Steigerung der Einkünfte, durch die alle wohlhabender als zuvor werden sollen.

Der jämmerliche Zustand

Die Gegenwart allerdings ist ein Dauerzustand der Krise. Jeder misstraut jedem, und jeder sucht einen, dem er noch etwas Geld aus der Tasche ziehen kann. Deutschland fühlt sich oft als der, der für alles zahlen muss, und die kleinen Länder fühlen sich dominiert.

In wichtigen Fragen ist keine Einigung zu erzielen. Unzählige Konferenzen führen zu Scheinkompromissen und Schönrederei. Mama Merkel will allen Ländern die Flüchtlinge aufdrücken, die Schuldenstaaten wollen ihre Schulden vergemeinschaften. Offene Grenzen in Inneren führen zu wandernder Kriminalität wie Schmuggel, Einbrüchen, Raub und Sozialschmarotzertum. Offene Grenzen nach außen lassen Millionen Unerwünschter eindringen. Niemand hat bisher den Mut, dem entschlossen entgegenzutreten. Und alles muss von der arbeitenden Bevölkerung getragen und ertragen werden. Und dann wird auch noch Großbritannien austreten. Über allem schwebt die geistige Pleite, in der kein Konzept einer besseren Zukunft mehr möglich scheint.

Kern des Problems

Der Kern des Problems sind nicht die Völker. Sie verhalten sich vorbildlich, arbeiten, zahlen und schweigen zu den aberwitzigsten „Projekten“. Der Kern des Problems ist der völlige Ruin der europäischen Führungselite. Um Zuversicht in einen Zukunftsplan zu haben, braucht es zuallererst Vertrauen. Aber diese Personen haben fast jedes Vertrauen verspielt. Man traut ihnen nicht zu, Probleme seriös im Sinne ihrer Völker zu lösen. Mehrere Länder haben in den letzten Jahren ihre Altparteien zerrieben, ohne dass erkennbare Verbesserungen eintraten.

Da wir uns in den anderen Ländern nicht so gut auskennen, sprechen wir über Deutschland.

In Deutschland vertraut die Mehrheit weiterhin Mama Merkel und ihrer Linkskoalition. Diese Koalition umfasst alle Bundestagsparteien, wobei Linke und Grüne die Opposition geben, CDU, CSU und SPD die Regierungsparteien. Die Unterschiede sind graduell, denn in der Aufnahme von „Flüchtlingen“ und „Asylanten“ sind sich alle einig. In Deutschland leben schon 10 Millionen Ausländer, von denen viele nicht bereit sind, sich anzupassen. Je mehr sie werden, umso mehr drängen sie den Einheimischen ihre Lebensart auf. Etliche Großstadtviertel verkommen in Gewalt und Müll. Besonders herausragende Köpfe der Parteien empfehlen, wem die Zuwanderung nicht gefällt, der möge selbst auswandern!

Deutschland hat bunt zu sein und Gender, und wer das nicht mag, hat den Mund zu halten. Wer sich dem wie die Leute der AFD entgegenstellt, wird als Faschist und Verfassungfeind gebrandmarkt. Man riskiert seinen bescheidenen Wohlstand und seine Gesundheit, wenn man sich der Mehrheitsmeinung offen widersetzt. Damit nicht genug. Die Regierung erfindet neue Gesetze zum Schutz vor „Hasskommentaren“ und durchlöchert damit die freie Meinungsäußerung. Der jüngste Clou ist eine Verfassungänderung, nach der man Parteien von der gesetzlich garantierten Finanzierung abschneiden kann, indem man sie für verfassungsfeindlich erklärt. Dabei sind alle Straftaten sowieso längst per Gesetz verboten und werden verfolgt, und extremistische Parteien können vom Verfassungsgericht verboten werden.
„Artikel 21 des Grundgesetzes soll künftig durch den Satz ergänzt werden: ‚Parteien, die nach ihren Zielen oder dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgerichtet sind, die freiheitlich demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind von staatlicher Finanzierung ausgeschlossen.'“ (Quelle: n-tv.de) Stellt sich die Frage, welcher unserer gutmeinenden Herren diese Entscheidung zu treffen hat.

Genügt das schon, um zu zeigen, dass sämtliche Bundestagsparteien eine Art „Demokratur“, eine Parteiendiktatur erschaffen, die natürlich nicht mit dem Faschismus vergleichbar ist, die aber dennoch Schritt für Schritt die freiheitliche Demokratie zerstört, die sie doch genau beschützen wollten? Und warum entsteht nicht unter den „Demokraten“ im Bundestag Widerstand gegen die Regierung, die sie doch kontrollieren soll? Weil alle in ihrer Güte gleichgeschaltet sind und ihre Pfründe eisern verteidigen.

Korrumpiert durch die eigene Güte

Man hört viel von Korruption. Abgesehen davon, dass mit Bestechung unlautere Erfolge erzielt werden, wird ein korrumpierter Funktionträger kaum korrekte Entscheidungen treffen, weil er seinen Gebern mehr verpflichtet ist als seinem Auftraggeber, dem Volk. Das deutsche Spitzenpersonal jedoch scheint von seiner eigenen Güte und Beweihräucherung korrumpiert. Täglich versichert man sich seiner „Werte“, seiner „Menschlichkeit“, doch Fragestellungen des Alltags sieht man nicht mehr. Natürlich hat man keine Probleme, wenn man sich ergriffen von eigener Güte unter gleichen bewegt. Womit ich nicht die immense tägliche Belastung der politischen Klasse gering achten will.

Wenn man den aktuellen Umfragen glauben kann, ist die Mehrheit der Deutschen völlig mit dem Vorgehen der Regierung und den Aussichten der nahen Zukunft einverstanden. Alle vertrauen Mama Merkel. Dann weiss ich aber wirklich nicht, vor wem man sich mehr fürchten sollte!

Und diese Leute und ihre ausgemusterten Parteigänger sollen also Europa reformieren? Die Wirtschaft in gesunde Bahnen lenken? Die unerwünschte Zuwanderung stoppen oder abmildern? Na, danke auch schön. Ich habe wenig Antideutsches an mir, aber da kann man nur hoffen, dass es in anderen Ländern normalere Politiker gibt und sie mehr Einfluss gewinnen.

Wie also Europas Zukunft?

  • Europa soll das „Reich der Europäer“ sein. Oder werden. Und bleiben.
  • Fremde ja, so viel wie erträglich, wenn sie arbeiten wollen. Keine Einwanderung in die Sozialsysteme.
  • Eine Wirtschaftsordnung, die einem durchdachten Konzept unterliegt und nicht dem Kapitalismus und seiner erwünschten Zerstörung bestehender Strukturen den Weg ebnet.
  • Ein geistig-moralisches Wachsen zwischen Tradition und Veränderung.
  • Größtmögliche Ausschaltung von Manipulation und Verblödung der Völker.
  • Förderung regionaler Selbstverwaltung und Kultur.
  • Frieden und Freundschaft mit Russland und China.
  • Europa ein Fürst des Friedens in uneinnehmbarer Festung.

Dann könnte das vereinte Europa kommen, mit neuen Gesichtern, denen man trauen kann. Mit einer gemeinsamen Regierung, gemeinsamer Verteidigung, gemeinsamem Finanzwesen. Das wäre fast schon wieder das Römische Imperium, aber man sollte nicht vergessen, dass es auch endlich war.

Zurück