Worte. Die Literaturseite

Meine Bücher

Ich habe vier Romane geschrieben. Bis neulich waren sie im Buchhandel zu kaufen, aber nun habe ich das beendet. Sollte jemand sich wirklich dafür interessieren, möge er sich bei mir melden. E-Mail: mail@marcoschwarz-online.de

Nihilio im Westen, 2009

Nihilio im Westen

"Nihilio im Westen" stellt umfassend meinen bis hierher erreichten geistigen Hintergrund dar. "Abgründe von Jahren und Gedanken", meiner Jahre und Gedanken, aber auch die der Welt, der Kulturen und Religionen, so weit sie erkennbar sind.

Tage gehen vorbei, 1981, 2009

Tage gehen vorbei

"Tage gehen vorbei" ist das etwas düstere Bild einer späten Jugend in einer süddeutschen Kleinstadt in den 70er Jahren. Die Tage sind geprägt von schmerzlich empfundener Resignation, von Fabrikarbeit und Kneipenhocken. Dazwischen eine kurzzeitig als befreiend zu ahnende Urlaubsreise mit einem Freund, und dann wieder zurück in den Trott.

Meine Lieblingsliteratur

Oft treiben meine Gedanken durch Bücher und Träume einer verklärten Vergangenheit. Irgendwie fühle ich mich hier in der Gegenwart nicht zu Hause. Wunderbare Nahrung im Überfluss, ein komfortables Gesundheitswesen, die Sicherheit zu wissen, dass man sehr wahrscheinlich nicht erschlagen wird – kann das die Leere, die Ödnis aufwiegen, die die heutige Zeit in uns weckt? Die Helden meiner Bücher sind Griechen, Karthager, Phönizier, Assyrer, Germanen, Kelten.

Diese Seite bietet eine Liste meiner geliebten Bücher. Man wird dadurch nicht glücklicher, aber es entsteht eine Ahnung, ein Sehnen, das mir hilfreicher erscheint als die Verzweiflung einer sinnentleerten Gegenwart.

Alles viel zu ernst? Keine Angst, die Bücher haben mich oft zum herzlichen Lachen gebracht und kleine Tränen hervorgezaubert, die im wirklichen Leben eisern verschlossen bleiben.

Meine persönliche Bestenliste

Seit Jahren sind meine Favoriten Gisbert Haefs und Joachim Fernau. Hinzu kommen Umberto Eco und ganz aktuell Simon Scarrow und weitere Autoren, die Romane über das Römische Reich schreiben.

Gisbert Haefs

Jahrgang 1950, ist freier Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer und Autor historischer Romane.

Gisbert Haefs. Alexander

Die Entwicklung der makedonischen Herrschaft am Ende der griechischen Blütezeit. Das Leben Philipps, Alexanders Vater und die Jugend des großen Eroberers. Die Geschichte ist manchmal grausam; die Verschwörer, die Philipp töten ließen, werden gefoltert und umgebracht. Alexander lässt auch den ersten Thronfolger Amynthas umbringen. Aber das Leben blitzt, dass es eine Freude ist. Die wahren Helden in Haefs Romanen sind die die wohlhabenden reisenden Händler, erfundene Personen, die die Geschichten berichten und an ihnen maßgeblich teilhaben. Wie gern möchte man das Buch wegwerfen und in die Geschichte eintreten, auf dem Schiff des Händlers anheuern und am Leben teilnehmen …

Gisbert Haefs. Alexander in Asien

Die Fortsetzung. Der Eroberungszug Alexanders nach Asien. Er erschafft das größte Weltreich der Geschichte. Ein fragwürdiger Mensch, hemmungslos und abgöttisch geliebt. Je näher er sich den Göttern fühlt, umso mehr bricht er die Treue zu den Treuesten, ohne für alle anderen seine Faszination zu verlieren. Sein strahlendes Wesen erstickt jede Kritik. Ein Reich von Hellas bis zum Indus und in die Tiefe der asiatische Steppe (heute Kasachstan). Alexanders früher Tod. War alles nutzlos? Es folgten die "Diadochenkriege" um seine Nachfolge. Aber die Teilreiche von Seleukos und Ptolemaios hielten mehr als ein Jahrhundert.

Gisbert Haefs. Hannibal

Der Roman Karthagos. Ist es nicht immer eine Freude, wenn der Tabellenführer eins in die Fresse bekommt? Kern der Handlung ist der Kampf um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer zwischen Rom und Karthago. Während Karthago auf einen Ausgleich der Interessen aus ist, wollen die Römer den Konkurrenten von Anfang an verdrängen und besiegen. Selbst in bitterster Bedrängnis lehnt Rom jedes Friedensangebot ab. Hannibal zieht mit seinem Heer durch Spanien, Frankreich und die Alpen ins römische Reich und bringt es an den Rand der Vernichtung. Vielleicht war er zu edel, um Rom zu vernichten; jedenfalls misslingt das Unternehmen schließlich, scheitert an der mangelnden Unterstützung der Heimatstadt, und "Qart Hadasht" wird besiegt und völlig zerstört.

Gisbert Haefs. Hamilkars Garten

Ein spannender Krimi aus der Zeit zwischen dem 2. und dem 3. Römischen Krieg (Punischen Krieg). Bomilkar, Polizeichef von Qart Hadascht, und Laetilius, ein römischer Gesandter, untersuchen den rätselhaften Mord an einem römischen Kaufmann. Bösartige Intrigen im alten "Karthago", das vor meinem Auge so plastisch aufsteigt, dass ich mich am liebsten ins Getümmel werfen würde. Auch die vermissten Hauptfiguren aus "Hannibal" erscheinen im Verlauf der Geschichte. (nur noch antiquarisch erhältlich: www.zvab.de)

Gisbert Haefs. Troja

Das Buch ist etwas schwieriger zu lesen wegen der zahllosen Namensvariationen.
Ist es nicht grauenhaft? Wer hat nicht den Film "Titanic" gesehen und, obwohl das Ende bekannt war, gehofft, das Geschick möge abgewendet werden! So ging es mir auch in diesem Buch.
Aufgeteilt über viele Tage Lesen betrat ich die Geschichte. Ich saß mit den Achäern am Lagerfeuer, fraß aufgeweichte Körner, trank Essigwein, hörte ihre Geschichten. Ging durch die Vorstadt Trojas, sah das hoffnungsfrohe Treiben kurz vor dem Ende. In diesem Buch ist das Grauen ganz nah. Abschlachten, Ausrotten, aus "politischen Gründen". Die ganze Welt in der Hand einiger Großmächte. Und dazwischen Schönheit. Das Meer, die Schiffe der Händler, die friedliche Insel, das weite Herz edler Männer.

Weitere historische Romane von Gisbert Haefs

Die Jahre vergehen, und zu meinem grossen Glück schreibt Gisbert Haefs weiter. Dieses Jahr habe ich nahezu jeden Abend in einem seiner Bücher gelesen, erst die alten noch einmal neu, und dann fand ich, dass seit damals etliche neuere Romane erschienen sind. Mir gefällt jedes einzelne davon ausgezeichnet, wenn auch nicht jedes ein Werk wie Hannibal sein kann.
Hier die Liste der neueren Bücher.

Neue Abenteuer mit Bomilkar, Laetilius und den Bekannten aus Hamilkars Garten:

Und dann schaffte es Gisbert Haefs, mir die Römer sympathisch zu machen, die ich in den bisherigen Büchern nicht sehr mochte. Einfach in dem er auch über Rom drei sehr schöne Romane schrieb:

Nun kann ich nur noch sagen:
"Herr Haefs. Bitte schreiben Sie weiter! Was wurde aus Bomilkar und Laetilius? Erlebten sie den zweiten Römischen Krieg mit?"

Simon Scarrow

Ich war sehr verzweifelt, als ich Gisberts Haefs Antikenromane alle drei Mal gelesen hatte. Was gab es da noch? Bei Amazon entdeckte ich die Rom-Serie von Simon Scarrow. Sie spielt zur Zeit von Kaiser Claudius in den Jahren 43 bis 54. Im Dezember 2016 erschien der 14. Band, "Britannia". Ich bestellte mir der Reihe nach immer zwei Bände und las alle der Reihe nach. Leider bin ich schon durch, aber es gibt weitere Bücher von Scarrow, wobei mich der barbarische christliche Mittelaltermist nicht interessiert. Neben der Rom-Serie gibt es aber noch einige weitere Romane, so dass für die nächste Zeit erst einmal ausgesorgt ist.

In der Rom-Serie sind wir in der Legion und begleiten die beiden Hauptfiguren Macro und Cato durch Kämpfe und Kriege in allen Teilen des Imperiums. Es fliesst viel Blut. Wir begegnen Größe und Niedertracht – und es ist einfach nur herrlich, "dabei zu sein".

Die Bücher sind leicht zu finden. Einfach bei Google oder Amazon den Verfasser eingeben, kaufen und genießen. Falls wir doch nicht ins Schattenreich eingehen, sondern wiedergeboren werden, dann will ich dort hin!

Weitere Rom-Autoren

Während ich auf den 15. Band der Rom-Serie warte, suchte ich weitere spannende Bücher über die Legionen. Man verlagt ja nicht viel: Etwas Spannung, ab und zu was zu lachen, und alles möglichst authentisch. Ich fand weitere Bücher, die ich hier nur aufzähle. Alle sind zu empfehlen, sie alle tragen einen für eine Weile fort aus dieser bekloppten Zeit.

Michael Kuhn

Ganz aussergewöhnlich mitreissende Romane schreibt Michael Kuhn, veröffentlicht in seinem Ammianus-Verlag. Ort der Handlungen ist das Rheinland, etwa zwischen Mainz, Trier und Aachen und das rechtsrheinische Barabaricum.

Joachim Fernau

Ich habe während meiner Tätigkeit im Archiv meiner Heimatstadt Zugang zu zahlreichen Werken zur Geschichte gehabt und ihn reichlich genutzt. Viele dieser Werke sind eine akribische Auflistung großer und kleinster Ereignisse, viele ergießen ihr Wissen frei von jeder Wertung über den Leser. Na ja, nicht frei, aber sie folgen dem Mainstream der modernen Geschichtsschreibung: Der Mensch ist gut, und Deutschland ist schuld.

Joachim Fernau nimmt sich die Freiheit, seine Betrachtungen sehr subjektiv und voller Wertungen und Hintergrundanalysen darzustellen. Er nimmt sich auch die Freiheit, gegen den Strom zu denken. Er schreibt nicht wissenschaftlich, sondern emotional, fürs Volk. Er will seinen Lesern von der Schönheit und Größe vergangener Zeiten berichten und bietet einen Blick in seine Trauer, die Trauer über ein ödes, sattes 20. Jahrhundert, das gleichwohl nicht friedlicher oder gerechter ist als eines der vergangenen. Es gelingt ihm, alle Zusammenhänge durchdacht und alle Ereignisse außer den allerschlimmsten humorvoll darzustellen.

Joachim Fernau wurde 1909 in Bromberg geboren. Er studierte in Berlin und arbeitet als Journalist. Von 1939 bis 1945 war er Soldat. Nach dem Krieg wurde er freier Schriftsteller und veröffentlichte zahlreiche Bücher zur Geschichte und Literatur und einige Romane. Er starb 1988.

Literaturliste Geschichte

Rosen für Apoll

Die Geschichte der Griechen, 1961
Eine liebevolle Darstellung von der Blütezeit Kretas bis zum Tod Alexanders. Kreta, Mykene, Athen, Sparta, Korinth, Theben, Makedonien. Große Personen und ihre Werke steigen vor unseren Augen auf und beleuchten Geschichte, Geist und Schönheit von Hellas.

Cäsar lässt grüßen

Die Geschichte der Römer, 1971
Von den Anfängen bis zum schleichenden Ende.

"Deutschland, Deutschland über alles…"

Von Anfang bis Ende, 1972
Eine liebevolle, schmerzensreiche, humorvolle Deutsche Geschichte. Der Blick geht von den Anfängen, als die Römer die ersten Barbaren in den Wäldern Germaniens sahen, über die große, aber vollständig tote Zeit der mittelalterlichen Kaiser bis zur Neuzeit. Die Jahrhunderte, als Deutschland zersplittert und Spielball fremden Mächte war. Der Starke führt seine Kriege im Land des Schwachen. Sage ich. Das ist nicht fein, aber der Dreißigjährige Krieg und die folgenden Jahrhunderte zeigten uns, was es heißt, schwach zu sein.

Disteln für Hagen

Eine Bestandsaufname der deutschen Seele, 1966
Fernau erzählt uns mit eigenen Worten und Zitaten das Nibelungenlied, "dieses großartige Heldenepos der Deutschen" und analysiert die Hauptfiguren. Er kommt zum faszinierenden Schluss, dass in diesem Buch alle Charakterzüge der Deutschen vorgezeichnet ist. Ein großes Vergnügen zu lesen, auch wenn wie immer viel Blut fließen muss.

Und sie schämeten sich nicht

Ein Zweitausendjahr-Bericht, 1969
Die Deutschen und der Sex. Eine amüsante Geschichte des deutschen Liebeslebens während zweier Jahrtausende

Sprechen wir über Preußen

Die Geschichte der armen Leute, 1981

Halleluja

Die Geschichte der USA, 1977
Die Geschichte Amerikas von der Landnahme und der Ausrottung der Indianer über die Entwicklung der neuen Gesellschaft und den Bürgerkrieg bis 1970. Im Fazit das bitterste, deprimierteste Buch Fernaus. Geschichte der Weltmacht, die so gut ist, dass sie die ganze Welt bekehren und retten muss.

Essays – Texte

Die Genies der Deutschen, 1972

"Guten Abend, Herr Fernau"

Ich sprach mit: Aristides, Friedrich Nietzsche, Xanthippe, den Müller von Sanssouci, Andreas Hofer, Kaiser Heinrich IV., Rudolf Steiner. 1984

Die Gretchenfrage

Variationen über ein Thema von Goethe, 1979
Die Gretchenfrage ("Wie hältst du’s mit der Religion?") beantwortet Fernau in verschiedenen Variationen mit einem verblüffend überzeugenden Schluss, der nicht verraten wird.

Der Gottesbeweis, 1992

Der Gottesbeweis ist ein kleines Büchlein, das das letzte Kapitel aus der "Gretchenfrage" wiederholt, geschrieben als Brief an seine fragende Tochter.

Roman

Die jungen Männer, 1960

Umberto Eco

Neben den bekannten Romanen "Der Name der Rose", "Das Focaultsche Pendel" und "Die Insel des vorigen Tages" (alle dtv) bezaubert mich besonders "Baudolino".
Dieses Buch habe ich gleich drei Mal gelesen. Der Junge Baudolino wird Kaiser Friedrichs Adoptivsohn und begleitet ihn und die Geschichte durch die Jahre der italienischen Kämpfe. Baudolino ist mit Tricks und Lügen an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt. Im zweiten Teil nach Friedrichs Tod zieht eine Gruppe von Freunden nach Osten – auf der Suche nach dem sagenhaften Reich des Priesters Johannes.